
Mafia in Mailand
Das organisierte Verbrechen greift nach Norden
Von Henning Klüver
Dienstag, 9. Februar 2010 | 19.15 Uhr | DLF Feature
Die verschiedenen Mafia-Organisationen Süditaliens haben längst neue Geschäftsbereiche im prosperierenden Norden erschlossen. In einigen Gebieten im Hinterland von Mailand kontrolliert die "Ndrangheta", die kalabresische Mafia, bereits ganze Straßenzüge und Stadtviertel.
Wie in den abgelegenen Tälern im Süden entscheidet sie auch hier über Leben und Tod von Menschen, über Gewinn und Verlust von Unternehmen. Riesige Geldsummen vor allem aus dem Drogenhandel werden über von Strohmännern geleitete Firmen gewaschen und fließen in die internationalen Finanzmärkte.
Neue Metrolinien sollen bis zur Eröffnung der Weltausstellung EXPO 2015 in Mailand fertig gestellt, Hochhäuser in den Himmel gewachsen sein. Solch gigantische Bauprojekte haben den Appetit einiger Clans der Kalabresen geweckt. Sie haben in Banken Fuß gefasst und in der Politik an Einfluss gewonnen. Mailand scheint zum Testfall für den Angriff des organisierten Verbrechens auf das reiche Europa zu werden.... mehr
Für das Genre "Crime Fiction" ist James Ellroy ein wichtiger Autor. Soeben ist sein Roman "Blut will fließen" (Ullstein) erschienen. Aber: auch wenn Ellroy ein wichtiger Autor ist, ein ganz großer ist er nicht,
meint Thomas Wörtche im aktuellen "Leichenberg"
Das kann man von Jim Nisbet wahrlich nicht behaupten. "Dunkler Gefährte" (Pulp Master) ist ein sehr komischer, irrer und eigensinnig philosophischer roman noir. Ein ungewöhnlich gutes Deutschland-Debüt wiederum ist Olen Steinhauer mit seinem Polit-Thriller "Der Tourist" (Heyne) gelungen. Ganz klar ein Autor, der zu den Großen gehören könnte, dereinst. In "Trokosi" (Lübbe) andererseits hat Kwei Quartey einen vermutlich lange tragfähigen, serientauglichen Helden designt, aus dem noch etwas werden könnte. Noch ein Debüt: Jassy Mackenzie aus Südafrika: Todeskälte (Diana) ist ein ziemlich robuster Thriller und die Helden zumindest ausbaufähig. Der klassische Roman zum Verbrechen der Bücherverbrennung ist und bleibt Ray Bradburys "Fahrenheit 451". Tim Hamilton hat den Roman als graphic novel adaptiert (Eichborn) und sehr eindringliche art-deco-noir Bildwelten geschaffen.
Lesen Sie mehr, und zwar ... hier
Berlin kriminell:
war wieder im moabiter kriminalgericht und Susanne Alge hat Thomas Raabs "Der Metzger muss nachsitzen" gelesen ...
Frauenkrimis:
Henny Hidden hat scheinbar Ruhetag ...
krimiblog:
Ludger Menke mit Blogtipp und als krimiblogger bei Twitter: Infos rund um die Uhr: Z. B. Schöne Idee mit dem A-Z des Krimis: Crime Fiction Alphabet: Q is for Qiu Xiaolong ...
krimiblog.at:
Ingeborg Sperl mit "Modern im Stausee": "Am Grund des Sees" (btb) von Andrea Fazioli lebt von der reizvollen Mischung aus südlicher Atmosphäre und Gebirge ...
krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 352: Peter Probst – Blinde Flecken (Rezensentin: Kristine Greßhöner) ...
krimikiosk:
Petra Weber weist hin auf:
TÖDLICHER SOG von Ilkka Remes und DILLINGERS FLUCHTPLAN - Krimi-Hörspiel mit Mysterie-Effekt ...
Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und einer Menge Kleinkram, z. B. Interviews ...
Krimi-Tagebuch:
Tobias Gohlis über Sprachklippen der Klappentexte ...
NuT:
Joachim Linder mit Ticker-Tipp: Jump Cut. A Review of Contemporary Media. ...
Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph macht nun schon seit fünf Jahren wtd. Und in "Von Spannern, Mistkerlchen und anderen Autoren" schreibt er nun über James Ellroy ...
Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...
Titel:
»Samstag ist Krimitag«
Thomas Wörtche betreut das Krimi-Ressort des TITEL-Magazins.
An jedem Samstag erscheint ein virtuelles Krimimagazin mit großer thematischer Spannweite
Aktuell hiermit:
HENRIKE HEILAND war im Kino und hat sich den Sherlock-Holmes-Film von Guy Ritchie angesehen. CARLO SCHÄFER denkt in seiner Krimischmiede über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens nach. JAN CHRISTIAN SCHMIDT hat den ausführlichen Nachruf auf Robert B. Parker geschrieben. CHRISTINA BACHER hat mit Pavel Kohout ge- und seinen neuen Roman besprochen. PETER MÜNDER hat eine neue Autorin aus Singapur entdeckt: Shamini Flint. BRIGITTE HELBLING begibt sich mit Dmitry Glukhovsky in die Moskauer Unterwelt und zwischen die Genres. ANNA VERONICA WUTSCHEL stellt uns Daniel Depp vor und JOACHIM FELDMANN ist von Jo Nesbø überrascht.
Zur Theologie von Tod & Co. heute ein Klassiker der Lyrik: Andreas Gryphius ...
Die Themen vom 5.Februar 2010 im Detail:
Where science would take the place of chance
Noch eine Sherlock Holmes Verfilmung? Ja! Und diesmal eine, die die ganze olle Holmes-Folklore nicht wiederkäut und unter dem Rezeptionsgerümpel etwas sehr Taugliches hervorzieht.
HENRIKE HEILAND war im Kino ...mehr
Carlo Schäfers Krimischmiede: Frühwerke
Folgen Sie auch heute wieder CARLO SCHÄFER in seine Krimischmiede, in der er auf dem Wahnsinn der Welt herumhämmert, auf dass die Funken sprühen. Das passiert mit schöner Regelmäßigkeit alle 14 Tage ...
Heute beschäftigt er sich mit letzten Dingen, also mit der Frage: Was ist ein Krimi? ...mehr
Sensibler Rowdy
Parker, der sich Zeit seines Lebens mit Boxen, Gewichtheben und fast täglichen Gängen ins Sportstudio fit hielt, starb unerwartet am 18. Januar 2010. Während der Arbeit an seinem neuen Roman, so teilte sein Verlag mit, erlag Robert B. Parker an seinem Schreibtisch einem Herzinfarkt.
Ein Nachruf von www.kaliber38.de-Macher JAN CHRISTIAN SCHMIDT... mehr
Dreiecksgeschichte mit tödlichem Ausgang
"Ich protestiere im Voraus gegen den Verdacht, es handle sich um ein politisches Buch. Ebenso protestiere ich gegen den Verdacht, es handle sich um ein unpolitisches Buch", konstatierte Pavel Kohout, als sein Weissbuch C. J. Bucher erschien. Letztendlich sei es einfach ein in Prag geschriebenes Buch. Das war 1971. Mit dem Roman Die Schlinge legt der 82-Jährige nun einen Prag-Roman vor, in dem es nicht nur um Liebe, Korruption und Intrigen geht, sondern vor allem um ihn selbst. Die Frage, ob es ein politisches Buch sei, erübrigt sich dann eigentlich von selbst.
CHRISTINA BACHER hat es gelesen ... mehr
"Meine Geschichten enden tragisch, aber das ist nicht meine Schuld."
Ein Gespräch mit Pavel Kohout über seinen neuen Roman "Die Schlinge" und über das Glück, mit einem guten Wissen zu leben.
Von CHRISTINA BACHER ...mehr
Mit Frust, Bart und Turban: Inspektor Singh greift ein
Es gibt noch echte Entdeckungen im Crime County: Inspektor Singh aus Singapur, ein pummeliger Sikh, ausstaffiert mit Rauschebart, Turban und Turnschuhen, ist ein wunderbarer, unkonventioneller Cop. Die ehemalige Singapurer Rechtsanwältin Shamini Flint schickt Singh in ihrem ersten Krimi Die tödliche Familie Lee auf eine Dienstreise nach Malaysia – und dort ist der Teufel los. Eins steht fest: Flint und ihr Sikh-Inspektor Singh ergeben eine unwiderstehliche Kombination ...
Eine Trouvaille von PETER MÜNDER ...mehr
There be Monsters
Mit Dmitry Glukhovskys Metro-Romanen wird die russische Liebe zur Dystopie um eine knisternde Dimension erweitert.
Liest sich wie frisch gezapftes Bier, findet BRIGITTE HELBLING ... mehr
Eine Stadt für Loser
Daniel Depp möchte nicht auf seinen (Halb-)Bruder Johnny angesprochen werden, heißt es. Warum aber steht der dann mit einem mäßig originellen Spruch auf dem Cover?
ANNA VERONICA WUTSCHEL hat sich um so was nicht gekümmert und einfach das Buch gelesen ... mehr
Spitzenmittelmaß
Jo Nesbøs Romane um seinen Helden Harry Hole sind Phänomene. Evidenterweise sind sie eher mittelmäßig und wenig originell, dennoch landete jetzt der Leopard auf allen Listen und Rankings ganz oben.
JOACHIM FELDMANN hat sich ein paar Gedanken dazu gemacht ... mehr
Krimi-Gedicht der Woche:
Mitternacht
Von Andreas Gryphius ... mehr
Kalender
Michael Gilbert
Am 8. Februar 2006 stirbt der britische Autor Michael Gilbert in Luddesdown, Kent, Großbritannien (* 17. Juli 1912 in Billinghay, Lincolnshire, England)
Gilbert war lange Jahre Rechtsanwalt in London, einer seiner Klienten war Raymond Chandler. Seine Karriere als Schriftsteller begann er 1938 mit der Novelle "Close Quarters" (veröffentlicht erst 1947) und endete exakt 60 Jahre später mit "Over and Out". Er schrieb jede Form von Mysterie und Thriller, erreichte jedoch nicht den internationalen Bekanntheitsgrad anderer Schriftsteller. 1955 wurde ihm für seinen Roman Death in captivity der renommierte französische Literaturpreis "Grand prix de littérature policière" verliehen.
Info:
Wikipedia , Krimiblog, kirjasto.sci.fi (engl.), fantasticfiction (engl.), clerical detectives (engl.),
Frauenkrimis:
Henny Hidden mit Krimilesungen am 5. Februar 2010 und mit einem Interview mit Judith Merchant: Über psychologische Krimis, Gewalt und die Wahl des richtigen Mordinstrumentes ...
krimiblog:
Ludger Menke mit Blogtipp und als krimiblogger bei Twitter: Infos rund um die Uhr. Z. B:: Fergus Hume und "Das Geheimnis des Fiakers". Ein vergessener Krimiautor ...
krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 349: Sara Blaedel – Unschuld (Rezensentin: Kristine Greßhöner) ...
krimikiosk:
Petra Weber weist hin: Am Sonntagabend erwartet der MDR Figaro "Besuch": EIN INSPEKTOR KOMMT. Und: Spannung von der ersten Minute an liefert der Thriller MENETEKEL von Raymond Khoury ....
Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und mit Ein Anschluss unter dieser Nummer – "Connected". Außerdem: seine Kaufwarnung für "Gangster, Opfer, Detektive – Eine Typengeschichte des Kriminalromans" von Jochen Schmidt ist bei der Berliner Literaturkritik erschienen ...
NuT:
Joachim Linder mit Verbrechensbildern (Neuerscheinung Cultural Criminology) ...
Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph hat Pause ...
Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...
NDR:
»Eine Schuld, die ihn nie losgelassen hat«
Die Millennium-Trilogie (Heyne Verlag) über den schwedischen Journalisten und das Computergenie mit dem messerscharfen Verstand haben ihrem Schöpfer zu Weltruhm verholfen: Stieg Larsson. Wer ist dieser Mann? Leider können wir ihn nicht mehr selbst befragen und uns ein eigenes Bild machen, denn Larsson verstarb 2004 mit 50 Jahren an einem Herzinfarkt. Millionen Leser suchen nach Antworten. Einige davon hat Kurdo Baksi jetzt geben - in seinem Buch "Mein Freund Stieg Larsson" (Heyne Verlag).
In der Sendung "Kulturjournal" des NDR am 1.2.2010 wurde das Buch vorgestellt.
Das Video der Sendung kann via Computer gesehen werden (5:45 min) ...
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ARTE:
»Heimliche Wege«
Ein wirklich guter Krimi erzählt immer mehr als nur von einem Kriminalfall. Krimileser wollen mehr erfahren von dieser Welt, leider hat sich aus diesem legitimen Interesse die teilweise unsägliche Regionalkrimi-Sparte entwickelt. Bei "Ein schöner Ort zu sterben" (Aufbau Verlag) der Südafrikanerin Malla Nunn ist das alles anders, mit ihr hat der renommierte Deon Meyer eine veritable Kollegin bekommen.
Von Eva Massingue ...mehr
Kalender
Margaret Millar
Am 5.Februar 1915 wird Margaret Millar als als Margaret Ellis Sturm in Kitchener, Ontario geboren († am 26. März 1994 in Santa Barbara, Kalifornien)
Millar stammte aus einer deutsch-englischen Einwandererfamilie, ihre Vater war der Bürgermeister von Kitchener. Sie studierte klassische Philologie, Archäologie und Psychologie an der University of Toronto. Noch vor ihrem Abschluss heiratete sie ihren Jugendfreund Kenneth Millar, der unter dem Pseudonym Ross Macdonald ebenfalls erfolgreich Krimis schrieb. 1939 wurde ihre einzige Tochter Linda geboren. Als Linda 1970 unerwartet starb, legte Millar eine lange Pause ein, in der sie keine Bücher schrieb.
Ihren ersten Roman veröffentlichte Millar 1941 und führte darin ihren Detektiv, den Psychiater Paul Prye, ein. Die Wahl seines Berufes spiegelt Millars Interesse für Psychologie wider, das sich durch viele ihrer Bücher zieht. Sie wird als eine der Vorreiterinnen des psychologischen Kriminalromans angesehen.
Für ihren Roman "Beast in View" (dt. Liebe Mutter, es geht mir gut...) erhielt sie 1956 den Edgar Allan Poe Award
Zwischen 1941 und 1983 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, doch als 1983 ihr Mann Kenneth Millar starb, veröffentlichte sie nur noch ein Buch. Sie überlebte ihren Mann um 11 Jahre, und starb am 26. März 1994 im Alter von 79 Jahren. Ihre Asche wurde in Santa Barbara verstreut.
Info:
Krimi-Couch, Wikipedia Toms Krimitreff
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Haftungsausschluss und Urheberrecht
Februar: Neu bei den Alligatorpapieren
Der Fall führt den ungestümen Zürcher Privatdetektiv direkt ins Heiligtum des Finanzplatzes: ins Schweizer Bankgeheimnis. Beziehungsweise in das, was davon übrig blieb. Ein kleiner, läppischer Auftrag, den der preisgekrönte, aber notorisch unterbeschäftigte Detektiv annimmt, bringt allmählich eine Geschichte ins Rollen, die so brisant und bedrohlich ist, dass Musil bös unten durch muss. Ganz knapp entkommt er gefährlichsten Situationen. Der offizielle Besuch des Präsidenten eines Kaukasus-Staates weitet die Geschichte zum internationalen Fall aus, was Musil handfest zu spüren bekommt.
In einer Höhle hat Montalbano einen grausigen Fund gemacht: die skelettierten Leichen eines Mannes und einer Frau in inniger Umarmung, bewacht von einem lebensgroßen Hund aus Terracotta. Es ist ein mysteriöses Rätsel der Vergangenheit, zu dessen Lösung Commissario Montalbano bis in die Nachkriegszeit zurückgehen muss. Auf diesem Weg helfen ihm seine treuen Mitarbeiter und auch sein Freund Zito, der Journalist. Vor allem aber sein sizilianischer Humor.
Ämter können aber auch stur sein!
Ein Beitrag aus der legendären Kurzkrimihörspielreihe "Schreckmümpfeli" des Schweizer Radios. Ironische Kurzkrimis für Menschen, die sich ohne beschleunigten Puls nicht mehr ins Bett legen möchten.
Herr Reichert hat sich ein kleines Haus gekauft, das mitten in einem Wald liegt. Da es immer wieder zu Vandalenakten kam, hat er eine Webkamera installiert, um jederzeit sehen zu können, was um das Haus herum vor sich geht. Doch die Kamera liefert seit Tagen keine Bilder. Da er nach einem Sturz die Wohnung nicht verlassen kann, bittet er Maloney, sich umzuschauen....
Alles zum Nachhören!
Die TV-Tipps 30. Januar – 12. Februar 2010

Viele interessante Filme, natürlich zahlreiche Wiederholungen und gute Serien.
Ausführlicher, dazu bunt bebildert und mit hilfreichen Links versehen finden Sie alles wie immer hier
Axels TV-Tipp des Tages:
Arte, 20.15
(F 1965, R.: Jean-Luc Godard)
Drehbuch: Jean-Luc Godard
LV: Charakter von Peter Cheney (in der Verkörperung von Eddie Constantine)
Lemmy Caution soll in Alphaville einen verschwundenen Kollegen finden und den Wissenschaftler von Braun ausschalten. Sein Computer Alpha 60 regiert die Stadt nach logischen Gesichtspunkten.
Damals war Eddie Constantine als sympathischer Haudrauf in leichtgewichtigen Actionfilmen bekannt-beliebt. Populär wurde er als Agent Lemmy Caution. Später hieß er auch in den Filmen oft nur noch Eddie.
Godard zertrümmerte mit Eddie Constantine (der es damals Leid war, die immergleiche Rolle zu spielen) den Mythos. In Berlin erhielt "Alphaville" den Goldenen Bären. Die Eddie-Fans mochten - wenig überraschend - die Anti-Utopie nicht.
"Godard meint kein Utopia dieser oder jener Provenienz, sondern den totalen technischen Staat", schrieb damals die Frankfurter Allgemeine. Der Filmdienst schrieb: "Wenn der Schriftsteller Theodore Sturgeon behauptet, eine Science Fiction-Story sei eine Geschichte, ‚die den Menschen als Mittelpunkt sieht, ein menschliches Problem behandelt und eine menschliche Lösung bietet, die aber ohne ihren wissenschaftlichen Gehalt überhaupt nicht zustande gekommen wäre', so erscheint einem Jean-Luc Godards neuester Film als der erste Versuch eines Science-Fiction-Films überhaupt. Die technische Entwicklung bietet die Voraussetzung für die Behandlung - sagen wir es etwas hochtrabend - existenzphilosophischer Fragen."
"Die Konventionen des Science-Fiction-Thrillers liefern lediglich den Rahmen für einen Film, der mit Elan die Themen und Bilder des Genres zu einer Art magnetischem Feld mobilisiert, in dem Godard eine Vielzahl von philosophischen und ästhetischen Ideen anrührt, während die generelle Form der Sache bewahrt bleibt. Eine derart freie Annäherung ermöglicht dem Zuschauer ungewöhnlich vielfältige und befreiende Genüsse. In diesem Sinne ist 'Lemmy Caution gegen Alpha 60' zusammen mit 'Pierrot le Fou' der romantischste anarchische Film von Godard. (…) Vielleicht ist die beste Annäherung an den Film einfach, ihn als Gewebe von intellektuellen und sinnlichen Freuden zu akzeptieren, als Genuss für Kinoliebhaber." (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie)
Mit Eddie Constantine, Anna Karina, Akim Tamiroff, Howard Vernon, Laszlo Szabo
auch bekannt als "Lemmy Caution gegen Alpha 60"
Kabel 1, 20.15
(GB 1971, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Tom Mankiewicz
LV: Ian Fleming: Diamonds are forever, 1956 (Diamantenfieber)
Eigentlich soll Bond nur einen Juwelenraub untersuchen. Aber Erzfeind
Blofeld (schon wieder mit neuen Gesicht: Charles Gray) hat seine Finger
drin. Connery kehrte für eine damals unglaublich hohe Summe zurück und spendete das Geld dem Scottish International Education Trust.
"Diamantenfieber" ist insgesamt ein ziemlich lahmer Bond, bei dem nur
die Autoverfolgungsjagd in Las Vegas in die Historie einging.
Dreiundfünfzig Autos wurden geschrottet. Und die schwulen Killer Mr.
Wint (BruceGlover) und Mr. Kidd (Putter Smith) sind köstlich.
Mit Sean Connery, Charles Gray, Jill St. John, Putter Smith, Bruce Glover, Bernhard Lee, Desmond Llewelyn, Lois Maxwell
ZDF neo, 21.00
(GB 2003, R.: Brian Stirner)
Drehbuch: Francesca Brill
LV: Elizabeth George: In the presence of the enemy, 1996 (Im Angesicht des Feindes)
Lynley und Havers haben einen ungewöhnlichen Fall: ein Entführer fordert kein Lösegeld, sondern das Bekenntnis zu einem unehelichen Kind.
Die siebte George-Verfilmung für das britische Fernsehen.l
ZDF, 22.15
(USA 1995, R.: Arne Glimcher)
Drehbuch: Jeb Stuart, Peter Stone
LV: John Katzenbach: Just Cause, 1992
Harvard-Professor Paul Armstrong ist ein erklärter Gegner der Todesstrafe. Jetzt versucht er die Unschuld eines zum Tode Verurteilten zu Beweisen. Dabei gerät er in Teufels Küche.
"Im Sumpf des Verbrechens" ist einer der Filme, die einem trotz eines guten Anfangs und zahlreicher guter Szenen, letztendlich enttäuscht. Denn gegen Ende gibt es zu viele überraschende Wendungen und die übliche, actionlastige Rettung in letzter Sekunde. Man wird nie das Gefühl los, dass da mehr als nur ein formelhafter Thriller möglich gewesen wäre.
Mit Sean Connery, Laurence Fishburne, Kate Capshaw, Blair Underwood, Ed Harris, Scarlett Johansson, Ned Beatty.
Wiederholung um 01.40 Uhr
Hinweise:
Homepage von John Katzenbach:
www.johnkatzenbach.com/
Offizielle deutsche Homepage von John Katzenbach:
www.john-katzenbach.de/
Kabel 1, 22.35
(USA 1983, R.: Irvin Kershner)
Drehbuch: Lorenzo Semple jr.
LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)
James Bond bei seiner Lieblinsbeschäftigung: Welt retten. Aktuelle
Einsatzorte: Bahamas, Südfrankreich und Nordafrika.
Nach einer langen Pause (und bei einer anderen Produktionsfirma) spielte
Sean Connery wieder Bond; Klaus Maria Brandauer den Bösewicht, Kim
Basinger das 'love interest' der beiden Männer. Außerdem sind Barbara
Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey und Rowan Atkinson
dabei.
"Sag niemals nie" konnte entstehen, weil Ian Fleming zusammen mit Kevin
McClory und Jack Whittingham für einen Film die Geschichte "Longitude 78
West" entwarf. Fleming verarbeitete sie später in dem Bond-Roman
"Feuerball". McClory, der bei "Feuerball" Co-Produzent war, hatte die
Rechte für weitere Verfilmungen dieser Geschichte. Die Auflage war, daß
er sich möglichst eng an das Story-Gerüst halten müsse. Die juristischen
Streitigkeiten und der Konkurrenzkampf zwischen dem Ur-Bond Connery und
dessen Nachfolger Roger Moore waren ein gefundenes Fressen für die
Presse. Denn "Octopussy" (mit Moore) startete fast zeitgleich in den
Kinos. An der Kinokasse war der Moore-Bond etwas erfolgreicher, bei der
Kritik war es – zu Recht – umgekehrt.
Eins Festival, 02.30
(S 2005, R.: Jörn Faurschou)
Drehbuch: Ola Saltin
LV: Treatment von Henning Mankell
Unbekannte haben zwei Ehepaare im winterlichen Südschweden überfallen, gefoltert und getötet. Kommissar Wallander und seine Tochter Linda suchen die Täter.
Dritter Wallender-Film einer auf dreizehn Teile konzipierten Krimireihe.